«Ich stehe gerne älteren Menschen zur Seite»

 

Bilder aufhängen, die Heizung kontrollieren, die Tiere ausmisten und das Restaurant reinigen: Als Teamleiter Betriebsunterhalt vereint Josip Jurcevic (30) diverse Berufe unter sich. Er erzählt, wie man ein komplexes Gebäude wie ein Altersheim am Laufen hält und wie sehr ihn die Dankbarkeit der Bewohnerinnen und Bewohner täglich motiviert.

 

Josip, erzähl uns doch zuerst, wie du ins Seewadel gekommen bist.

Ich bin gelernter Sanitärinstallateur, war dann Chefmonteur Sanitär und habe Teams geführt. Ich hatte schon immer grosses Interesse an verschiedensten handwerklich-technischen Berufen und habe mich deshalb immer wieder nach einem Job im Betriebsunterhalt umgesehen. Das Zentrum Seewadel kannte ich, weil ich in Affoltern am Albis aufgewachsen bin – und als hier die Stelle als Teamleiter Betriebsunterhalt ausgeschrieben war, packte ich die Chance und konnte meinen Berufswunsch wahr machen. Jetzt bin ich seit dem 1. September 2023 Teamleiter Betriebsunterhalt.

 

Wie viele Leute seid ihr in deinem Team?

Inklusive mir sind wir momentan zu dritt. Wir hoffen, dass wir nach den Sommerferien noch einen Lernenden oder eine Lernende bekommen – ich bin selbst Berufsbildner und könnte die Ausbildung übernehmen. Zusätzlich wäre es gut, wenn wir noch eine weitere ausgebildete Person im Team hätten, damit die Ferienplanung oder Krankheitsausfälle etwas einfacher zu handhaben wären.

 

Wie sieht denn ein typischer Arbeitstag für dich aus?

Morgens treffe ich mich als erstes mit meinem Team in der Werkstatt und wir besprechen kurz den Vortag, wer welche Fälle hatte und was noch nicht gelöst werden konnte. Dann wenden wir uns den sogenannten Tickets zu: Wir haben ein digitales Ticketsystem, über das die Pflege der einzelnen Stationen Meldungen über Mängel erstatten können. Wenn hier etwas ansteht, kümmern wir uns in der Regel zuerst darum. Ebenfalls gehört es zu unseren Hauptaufgaben, jeden Morgen das Restaurant zu reinigen: Wir schieben alle Tische zur Seite und putzen alles mit der Scheuersaugmaschine. Anschliessend entsorgen wir die Abfälle von allen Stationen und bringen die Wäschewagen runter, die dann in die externe Wäscherei gebracht werden. Dann kümmern wir uns um weitere, wechselnde Tagesaufgaben.

 

Was sind das denn konkret für Aufgaben?

Dazu gehören beispielsweise die Kontrolle der Wasser- und Enthärtungsanlage sowie der Heizung. Störungen können wir dank einem Leitsystem, das wir selbst bedienen können, oft selbst beheben. Des Weiteren achten wir darauf, dass draussen rund ums Haus alles sauber und gepflegt ist. Und was wir ebenfalls machen: Wir sorgen für die Ziegen, Hasen und Hühner im Kleintiergehege. Diese Arbeit machen wir gemeinsam mit der Aktivierung: Wir übernehmen die grobe Reinigung, also das Ausmisten, und die Teilnehmenden der Aktivierung kümmern sich um die Fütterung der Tiere.

 

Dann bist du also auch regelmässig in Kontakt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Seewadels?

Ja, im Grunde jeden Tag. Wenn im Zimmer eines Bewohners oder einer Bewohnerin irgendetwas nicht funktioniert, dann schauen wir uns das an und lösen das Problem, wenn möglich grad vor Ort. Erst, wenn wir etwas nicht selbst lösen können, bieten wir eine externe Firma auf. Auch bei Neueintritten sind wir zur Stelle und hängen beispielsweise Bilder auf, installieren den Fernseher oder programmieren das Telefon.

 

Was magst du an deiner Arbeit im Seewadel besonders?

Mir gefällt, dass ich nicht jeden Tag dasselbe mache. Klar, wir haben unsere täglichen Routinen, die wir erledigen müssen, aber die Aufgaben sind sehr divers und das macht meinen Tag sehr abwechslungsreich. Und dann sind da natürlich die Bewohnerinnen und Bewohner: Ich mag es, den älteren Menschen zur Seite zu stehen und sie mit meiner Arbeit glücklich zu machen. Für sie da zu sein, das macht diesen Beruf für mich so attraktiv – die Dankbarkeit ist wirklich gross. Und nicht zuletzt schätze ich auch die vorsorgetechnischen Vorteile einer Anstellung in einem staatlichen Betrieb – ich sehe das als gute Investition für mein eigenes Alter.

 

Entweder … oder – mit Josip Jurcevic


Sandstrand oder Bergluft?
Sandstrand

Draussen oder drinnen?
Draussen


Früh aufstehen oder spät ins Bett?
Spät ins Bett


Wildblumenwiese oder gepflegter Rasen?
Gepflegter Rasen


Reparieren oder neu kaufen?
Reparieren


Handarbeit oder Kopfarbeit?
Handarbeit


Teamwork oder Einzelarbeit?
Teamwork


Kontrolle oder Vertrauen?
Vertrauen

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